Richtig trennen – Ressourcen schützen, denn Abfall ist nicht gleich Abfall

Aufklärung über richtige Mülltrennung im „Lebenscafé“ des Vereins Hospiz Waldviertel Gmünd
Ein Nachmittag im Rahmen des „Lebenscafés“ des Vereins Hospiz Waldviertel Gmünd, der im Zeichen der Verantwortung stand. Beim Besuch von Abfallberaterin Silvia Thor vom Gemeindeverband Gmünd drehte sich diesmal alles um ein Thema, das uns im Alltag ständig begleitet und doch oft unterschätzt wird – die richtige Mülltrennung. Bei den Gesprächen wurde deutlich, dass der achtsame Umgang mit Abfällen ein Ausdruck von Verantwortung gegenüber kommenden Generationen ist.
Mülltrennung ist weit mehr als eine lästige Pflicht. Sie ist Voraussetzung dafür, dass wertvolle Rohstoffe recycelt und wiederverwendet werden können. Papier wird zu neuem Papier, aus Kunststoffverpackungen entstehen neue Produkte, und Bioabfälle werden zu Kompost verarbeitet. Wird Abfall jedoch falsch entsorgt, kann dies ganze Recyclingprozesse stören oder sogar unmöglich machen.
Im Austausch mit den Teilnehmenden wurde schnell klar. Viele Fehlwürfe passieren nicht aus Nachlässigkeit, sondern aus Unsicherheit.
Ein zentrales Thema war die Unterscheidung zwischen Verpackungen und Restmüll. In den Gelben Sack gehören ausschließlich Verkaufsverpackungen aus Kunststoff, Metall oder Verbundmaterialien – etwa Joghurtbecher, Konservendosen oder Getränkekartons. Wichtig: Die Verpackungen sollten „löffelrein“ sein, also restentleert, aber nicht unbedingt ausgespült werden müssen.
In die Papiertonne gehören saubere Papier- und Kartonverpackungen. Problematisch wird es bei verschmutztem Papier, etwa stark fettigen Pizzakartons – diese gehören in den Restmüll, da Fett die Recyclingfasern unbrauchbar macht. Ein Tipp wäre, dass der saubere Deckel natürlich in die Papiertonne soll und darf. Was auch Erstaunen hervorrief, war die Tatsache, dass der Kassenbon in den Restmüll gehört, da es sich hier um nicht recyclebares Thermopapier handelt. Weiters landet auch immer wieder Katzenstreu fälschlicherweise in der Bio-Tonne statt im Restmüll.
Ein besonders interessanter Teil des Besuchs widmete sich der Frage, was nach dem Wegwerfen mit den getrennten Abfällen tatsächlich geschieht. In Sortieranlagen werden Leicht- und Metallverpackungen nach Arten getrennt und einer Wiederverwertung zugeführt. Papierfasern werden aufbereitet und neu genutzt. Bioabfälle werden auf den Anlagen bezirksansässiger Landwirt zu Kompost verarbeitet und auf den eigenen Feldern aufgebracht.
Fehlwürfe erhöhen den Sortieraufwand erheblich und führen im schlimmsten Fall dazu, dass ganze Chargen nicht recycelt werden können. Das bedeutet: Mehr Restmüll, höhere Kosten und eine größere Belastung für die Umwelt.
Auch wurde die Brandgefahr bei Batterien und Akkus eingehend diskutiert und dass jedes auch noch so kleine Gerät, welches strom- bzw. batteriebetrieben ist, zum Altstoffsammelzentrum gebracht werden muss und nicht in den Restmüll gehört.
Der Besuch beim Hospiz Verein zeigte eindrucksvoll, dass Mülltrennung keine Frage des Alters ist, sondern der Information. Mit etwas Wissen und Aufmerksamkeit lässt sich im Alltag viel bewirken. Schon kleine Korrekturen – etwa das Entfernen von Deckeln bei unterschiedlichen Materialien oder das richtige Entsorgen von Problemabfällen – tragen dazu bei, Ressourcen zu schonen.
So wurde an diesem Tag deutlich: Verantwortung endet nicht an der Haustür. Sie beginnt im Kleinen – oft direkt am Mülleimer.
Gruppenbild der Teilnehmerinnen und Teilnehmer „Lebenscafé“ Hospiz Waldviertel Gmünd