Zum Weltpflanzenmilchtag werfen wir einen Blick auf pflanzliche Milchalternativen, genau genommen auf Hafermilchalternativen. Dabei haben wir aber keine wissenschaftliche Studie durchgeführt, sondern ein selbst gestaltetes Experiment. Wir wollten herausfinden: Wie sieht das Preisleistungsverhältnis aus? Wie schmecken sie und wie lange halten sich geöffnete Haferdrinks tatsächlich?
Im Mittelpunkt standen für uns, wie schon angekündigt, Hafermilch. Sie ist nicht nur regional leicht verfügbar, sondern auch klimaschonend, wenn der Hafer aus Österreich kommt. Hafer lässt sich in Österreich gut anbauen, wächst mit vergleichsweise wenig Wasser und verursacht laut Daten der Albert-Schweitzer-Stiftung (2018) rund 70 Prozent weniger Treibhausgase als Kuhmilch. Auch der Energieverbrauch bei der Herstellung liegt um rund 40 Prozent darunter, die Landnutzung sogar um bis zu 80 Prozent. Kurzum: Wer auf Hafermilch umsteigt, schont Ressourcen und das ohne weite Transportwege.
Haltbarkeit: Oft länger frisch als gedacht
Ein zentrales Thema im Selbsttest war für uns die Haltbarkeit. Ungeöffnet sind die Pflanzendrinks sehr lange haltbar. Das Mindesthaltbarkeitsdatum zeigt meist die Haltbarkeit von mehreren Monaten in der Zukunft an.
Im Experiment widmen wir uns jedoch den geöffneten Haferdrinks. Und wird Hafermilch geöffnet, empfehlen die meisten Herstellerinnen und Hersteller sie im Kühlschrank zu lagern und innerhalb von 4 bis 5 Tagen aufzubrauchen. Dabei haben wir uns die Frage gestellt: Wie lange ist „noch genießbar“?
Deshalb haben wir sieben Haferdrinks geöffnet, regelmäßig verkostet und beobachtet, wie lange sie genießbar sind, mit überraschend langlebigen Ergebnissen.
Unser Ranking im Selbstexperiment
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ja! Natürlich. Bio Haferdrink
Erhältlich bei: Billa
Preis: 1,19 €
Geschmack: klassische Hafermilch, sehr süßlich, nicht aufdringlich im Geschmack, sehr feine angenehm flüssige Konsistenz- Geöffnet am: 29.07.2025
- Veränderungen: Auch nach 14 Tagen geöffnet im Kühlschrank noch Einwandfrei und keine Veränderung im Geschmack oder Konsistenz. Wurde am 13.08.2025 endgültig ausgetrunken und hat damit in unserem Test 15 Tage im Kühlschrank überlebt.
- Hinweis auf der Verpackung: Geöffnet im Kühlschrank 4 Tage haltbar.
Fazit: Sehr ausgewogen im Geschmack, vielseitig einsetzbar und mit hervorragender Haltbarkeit weit über den empfohlenen Zeitraum hinaus. Regionaler Hafer (Niederösterreich und Burgenland) und die Option der Mehrwegflasche machen ihn auch in puncto Nachhaltigkeit zum klaren Testsieger.
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NO Milk Hafer (3,5 % Fett)
Erhältlich bei: Lidl
Preis:1,25 €
Geschmack: Kräftig und sehr ähnlich zu Kuhmilch. Besonders gut im Kaffee, aber auch passend für Müsli- Geöffnet am: 18.07.2025
- Veränderung: Ab Tag 6 deutlich sauer im Geruch und Geschmack, in Konsistenz und Farbe: unverändert.
- Hinweis auf der Verpackung: Innerhalb von 4–5 Tagen zu verbrauchen.
Fazit: Hält sich etwas länger als empfohlen, aber Kipp-Punkt rasch spürbar.
Das Preis-Leistungsverhältnis ist sehr gut. Ist eine tolle Hafermilch als Alternative für Kuhmilchliebhaberinnen und –liebhaber.
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Joya Bio Hafer
Erhältlich bei: Bipa, dm, Spar
Preis: 2,39 €
Geschmack: sehr nach Hafer, sehr gut als Matcha-Getränk oder pur genießbar, auch im Kaffee angenehm.- Geöffnet am: 07.08.2025
- Veränderungen: Auch nach einer Woche keine Veränderung im Geschmack oder Konsistenz. Erst an Tag 10 leichte Veränderungen in Geschmack spürbar, jedoch war Drink zu diesem Zeitpunkt schon sehr aufgebraucht.
- Hinweis auf der Verpackung: Nach Öffnen im Kühlschrank lagern und innerhalb von 4 Tagen aufbrauchen.
Fazit: Angenehm für puren Genuss, Kaffee oder Matcha geeignet. Regional produziert, lange Haltbarkeit im Kühlschrank. Marke bietet unterschiedliche Möglichkeiten von Bio und Nicht-Bio, höheres Protein, Voll Frisch, Glutenfrei, Barista oder PUR (ohne Ölprodukte, nur Wasser, Hafer und Salz). Allerdings preislich im oberen Segment.
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Haferdrink SBudget
Erhältlich bei: Spar
Preis: 0,99 €
Geschmack: sehr neutral, sehr gut im Kaffee, Konsistenz ist milchig (Ähnlichkeit zu Kuhmilch), nicht klebend, im Geruch nicht so überzeugend.- Geöffnet am: 04.08.2025
- Veränderungen: An Tag 7 leichte Veränderung im Geruch und Geschmack, ab Tag 8 nicht mehr länger genießbar gewesen. Die Konsistenz blieb unverändert.
- Hinweis auf der Verpackung: Verbrauchen nach dem Öffnen: 4 Tage
Fazit: Schlicht, günstig und überraschend ausgewogen im Geschmack. Ideal für den täglichen Gebrauch, im Kaffee sehr gut. Eine solide Basisvariante mit fairem Preis-Leistungs-Verhältnis, die im Kühlschrank einige Tage länger hält als empfohlen.
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My Vay Barista Hafer Drink
Erhältlich bei: Hofer
Preis: 1,15 €
Geschmack: Gut im Kaffee: cremig, nussig, Hafereigengeschmack ausgeprägt. Aufschäumen für Cappuccino war auch möglich.- Geöffnet am: 25.07.2025
- Veränderungen: Ab Tag 8 Veränderungen in Konsistenz (flockig), ab Tag 10 säuerlich im Geschmack und Geruch geworden
- Hinweis auf der Verpackung: Innerhalb von 4 Tagen aufzubrauchen.
Fazit: Cremig, aromatisch und gut im Kaffee. Der My Vay Barista Hafer Drink überzeugt im Barista-Einsatz. Hält sich im geöffneten Zustand länger als empfohlen, verliert jedoch ab Tag 8 deutlich an Qualität.
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Vemondo Bio Hafer (ohne Zucker)
Erhältlich bei: Lidl
Preis: 0,95 €
Geschmack: Sehr neutral, leicht wässrig. Im Kaffee kaum wahrnehmbar, dafür ideal zum Kochen.- Geöffnet am: 28.06.2025
- Veränderung: Erst ab Tag 20 geschmacklich leicht süßlich, aber weiterhin genießbar, die Konsistenz blieb unverändert.
- Hinweis auf der Verpackung: Innerhalb von 4–5 Tagen zu verbrauchen.
Fazit: Mild und neutral im Geschmack, ideal zum Kochen und Backen. Weniger überzeugt er pur oder im Kaffee. Mit seiner außergewöhnlich langen Haltbarkeit nach dem Öffnen punktet er vor allem in Sachen Alltagstauglichkeit.
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Oatly – The Original Bio Hafer
Erhältlich bei: u.a. Müller, Billa, Interspar, usw.
Preis: 2,80 €
Geschmack: Leicht wässrig, gut schütteln vor dem Gebrauch. Sehr neutral, angenehm im Müsli und beim Kochen, ohne Öl.- Geöffnet am: 07.07.2025
- Veränderung: An Tag 7 deutlich sauer im Geruch und Geschmack. In der Konsistenz ab Tag 5 deutlich flüssiger, gelbliche Verfärbung ab dem siebten Tag.
- Hinweis auf der Verpackung: Innerhalb von 5 Tagen zu verbrauchen.
Fazit: Sehr neutral im Geschmack, vielseitig verwendbar. Jedoch nur im empfohlenen Zeitraum haltbar. Der Verzicht auf Öl macht ihn interessant für alle, die auf besonders reine Zutaten achten.
Während unseres Experiments haben wir die Haferdrinks natürlich auch nach und nach verbraucht. Dadurch waren die Tetra Paks nie durchgehend voll, was die Haltbarkeit beeinflussen kann und bei der Bewertung berücksichtigt werden sollte. Klar war für uns jedoch: Keiner dieser Liter sollte absichtlich schlecht werden. Denn wenn es etwas gibt, das wir noch weniger mögen als verdorbene Milch wegzuschütten, dann ist es, sie absichtlich verderben zu lassen.
So lässt sich Verschwendung vermeiden
Das Experiment zeigt, jeder Drink hält länger als angegeben. Nicht jedes überschrittene Mindesthaltbarkeitsdatum oder die Aufbrauchempfehlung bedeutet automatisch, dass ein Produkt entsorgt gehört. Es lohnt sich daher, vor dem Wegschütten kurz zu prüfen, ob der Drink noch genießbar ist. Dies kann unnötige Lebensmittelverschwendung vermeiden und schont dabei Geldbeutel und Ressourcen.
- Geruch: unangenehm, muffig oder säuerlich? Dann die Milch besser entsorgen.
- Konsistenz: große Klümpchen oder Schleimbildung? Hier sollte die Milch auch entsorgt werden.
- Farbe: auffällige Veränderungen sind ein Warnsignal. Eine etwas wässrige Färbung ist hingegen normal
- Schimmel: auch kleinste Stellen sind ein klares Nein zum Trinken.
- Geschmack: bei säuerlichem oder unangenehmem Geschmack lieber verzichten.
Wer diese einfachen Kontrollpunkte beachtet, kann bereits viel Verschwendung vermeiden. Doch der bewusste Umgang mit Pflanzenmilch beginnt nicht erst beim Prüfen der Haltbarkeit, sondern schon beim Einkauf und der Lagerung.
Bewusst konsumieren:
Der bewusste Umgang mit Pflanzenmilchprodukten beginnt beim Einkauf. Etwa durch kleinere Verpackungsgrößen, wenn nur selten konsumiert wird. Nach dem Öffnen hilft es, das Datum direkt auf der Verpackung zu notieren.
Übrigens
In Österreich sowie auf EU-Ebene ist es Herstellerinnen und Herstellern untersagt, den Begriff „Pflanzenmilch“ für ihre Produkte zu verwenden. Der Ausdruck „Milch“ ist laut geltender Rechtslage ausschließlich Erzeugnissen tierischen Ursprungs, genauer gesagt: dem Eutersekret von Säugetieren, vorbehalten. Diese Regelung dient dem Verbraucherschutz und soll einer potenziellen Irreführung vorbeugen. Abseits der Produktkennzeichnung, etwa in redaktionellen Texten, wissenschaftlichen Beiträgen oder Alltagsgesprächen, ist die Bezeichnung „Pflanzenmilch“ oder konkret, wie in unserem Artikel, „Hafermilch“ zulässig. Aus Gründen der Verständlichkeit und Alltagsnähe haben wir in diesem Beitrag beide Begriffe verwendet.